Yin & Yang

Eine der Grundlagen für das Verständnis der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) ist das daoistische Konzept von Yin und Yang.

Unter Yin und Yang werden zwei Gegenpole verstanden, die sich stets im Verhältnis zueinander befinden. Mit ihnen lässt sich praktisch die gesamte Welt erklären.

Yin und Yang sind keine Substanzen und auch keine Energien. Vielmehr handelt es sich bei den Begriffen Yin und Yang um gegenpolige Prinzipien. Yin kann ohne Yang nicht existieren und umgekehrt. Sie ergänzen und verdrängen einander gleichzeitig. Yin und Yang bezeichnen somit keinen „fixen Zustand“, sondern sie sind ständig in Bewegung, verändern und wandeln sich. Wo Yin ist, ist auch Yang und umgekehrt. Eines bringt das Andere hervor und keines kann ohne das Andere existieren.

Ein weit verbreitetes Symbol für den idealen harmonischen Zustand, in dem Yin und Yang perfekt zu 50:50 ausgeglichen sind, ist die Taji-Monade:

yinyang
Der Idealzustand: Yin und Yang sind ausgewogen

Dieser Zustand wird zwar angestrebt, ist aber im Grund genommen niemals zu 100% erreichbar, da es sich immer nur um eine Momentaufnahme der derzeitigen Situation handelt.

Beiden Prinzipien werden bestimmte Eigenschaften zugeordnet:

YinYang
NachtTag
DunkelheitHelligkeit
MondSonne
WeiblichMännlich
KälteHitze
RuheAktivität
FeuchtigkeitTrockenheit
ErdeHimmel
rechtslinks
WasserFeuer
weichhart
langsamschnell

Es gibt beliebig viele weitere Zuordnungen, sodass sich unmöglich alle Beschreibungen zu Yin und Yang aufzählen lassen.

Das ist aber auch gar nicht nötig. Wichtig ist nur, zu verstehen, dass Yin und Yang sich dynamisch verändern und dass sie in einem Verhältnis zueinander stehen.

Es geht stets darum, den jetzigen Ist-Zustand zu beurteilen, herauszufinden, ob Yin oder Yang gerade die Oberhand hat. Nach dieser Methode lassen sich beispielsweise verschiedene Ungleichgewichte im menschlichen Körper beschreiben und auch behandeln. Diese Erkenntnis ist sehr wichtig, wenn wir uns mit dem Kochen nach 5 Elementen beschäftigen.

So können wir ein Gericht an die momentane Konstitution eines Menschen anpassen, indem wir beispielsweise die Garmethode ändern oder es mit tonisierenden oder beruhigenden Zusätzen (z.B. durch bestimmte Kräuter oder Zutaten) ausstatten. Ein Gericht wird somit zu einer Heilmahlzeit, die nicht nur gesund ist und gut schmeckt, sondern gleichzeitig auch das Ungleichgewicht dessen behandelt, der diese Mahlzeit zu sich nimmt.