Die Wirkrichtung von Nahrungsmitteln

In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird jedes Nahrungsmittel einem Element zugeordnet. Zusätzlich verfügt es aber auch über eine thermische Wirkweise und eine Wirkrichtung. Um letztere geht es in diesem Artikel.

Die 4 Wirkrichtungen

Was bedeutet eigentlich „Wirkrichtung“? Im Grunde genommen versteht man darunter die energetische Bewegungstendenz, die ein Nahrungsmittel auf das Qi im Körper hat. Lässt es das Qi eher aufsteigen oder absinken? Zerstreut es oder hält es Qi eher zusammen?

Wir unterscheiden in der TCM folgende Wirkrichtungen:

  • schwebend
  • steigend
  • fallend
  • sinkend

1. Schwebend: Schwebende Substanzen werden als nach außen wirkend eingestuft. Dazu gehören beispielsweise schweißtreibende Kräuter und Gewürze (z.B. Ingwer oder Lindenblüten)

2. Steigend: Steigende Nahrungsmittel haben eine nach oben gerichtete Wirkung auf das Qi. Ein gutes Beispiel sind Kräuter, die Durchfälle lindern oder Erbrechen auslösen.

3. Fallend: Hier ist es genau umgekehrt – die Wirkrichtung leitet nach unten ab. Nahrungsmittel, die gegen Verstopfung wirken oder harntreibend sind, wären hier zu nennen.

4. Sinkend: Sinkende Substanzen haben eine einschnürende Wirkung. Das Qi wird sozusagen komprimiert und die Säfte im Körper bewahrt. Dazu gehören beispielsweise schweißhemmende und abschwellende Substanzen (z.B. Salbei).

Verarbeitung verändert die Wirkrichtung

Wenn Substanzen verarbeitet werden, kann sich ihre Wirkrichtung mitunter verändern. Dazu gehören beispielsweise Rösten, Pökeln oder Einlegen. So wirken Nahrungsmitteln, die gemeinsam mit Ingwer geröstet werden, eher nach außen. Sie vertreiben dann Krankheitserreger aus dem Inneren des Körpers. Substanzen, die man in Wein einlegt, wirken stärker nach oben. Legt man hingegen in Essig ein, wirken sie eher zusammenziehend. Pökeln oder Einsalzen von Zutaten haben hingegen fallende, nach unten gerichtete Tendenzen (man denke z.B. an das Abführmittel Bittersalz).

Übersicht über die Wirkrichtungen

Als grundlegende Faustformel gilt:

  • Blätter & Blüten: steigend
  • Wurzeln, Samen, Früchte: sinkend
  • Thermisch warme, heiße oder scharfe Nahrungsmittel: steigend oder schwebend
  • Thermisch kalte, kühle, bittere oder salzige Nahrungsmittel: sinkend oder fallend

 

Koch dich glücklich-Tipp:
Noch mehr über die Wirkrichtung von Lebensmitteln erfährst du in meinen Kochkursen.

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