Metall

Das Element Metall steht für Abgrenzung, Ablösung, Rückzug, Zusammenziehen, Verdichtung und Sinken. Aber auch Ausdauer, Disziplin und Beständigkeit.

Der Herbst ist die Jahreszeit des Metalls: die Blätter beginnen zu welken und fallen von den Bäumen, die Felder sind abgeerntet und die Natur bereitet sich auf den Winter vor. Der Mensch zieht sich wieder in seine eigenen vier Wände zurück, viele konzentrieren sich jetzt mehr auf sich und stellen sich wichtige Lebensfragen.

Die zugeordnete Farbe ist weiß, die Tageszeit der späte Nachmittag.

Lunge und Dickdarm – die Organe des Metalls

In der TCM werden dem Metallelement die Funktionskreise Lunge und Dickdarm zugeordnet. Obwohl beide Organe körperlich nichts miteinander zu tun haben, teilen sie doch verschiedene energetische Qualitäten: beide nehmen Reines auf und geben Unreines ab (Atmung und Stoffwechsel).

Lunge und Dickdarm sind eng mit dem Immunsystem verbunden: Ist das Metallelement geschwächt, leiden wir unter einer allgemeinen Infektanfälligkeit, bekommen Schnupfen, Husten und Grippe. Weiters können allgemeine Verdauungsbeschwerden, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung entstehen. Auch die Haut zählt übrigens zum Metall: sie reagiert bei Stress und Störungen mit Unreinheiten oder Akne!

Die Emotion des Metalls ist die Trauer. Stagniert das Metall werden wir grundlos traurig, antriebslos, können uns schlecht abgrenzen oder nicht von Altem trennen.

Um Lunge und Dickdarm – und somit auch Metall – zu stärken, empfehlen sich reife, schwere Feldfrüchte: Kartoffeln, Kürbis, Rüben, Zucchini.

Zusätzlich sollten im Herbst mehr befeuchtende Nahrungsmittel verwendet werden, da diese Jahreszeit Trockenheit bringt und die Schleimhäute in dieser Zeit ebenfalls austrocknen und anfällig werden. Günstig sind z.B. gekochte Birnen, Mandeln und Äpfel, Sesam, Pilze und kleine (!) Mengen an Milchprodukten. Alle Gerichte sollten leicht wärmend und kräftigend sein.

Der Geschmack von Metall: scharf

Die Geschmacksrichtung, die dem Metallelement zugeordnet wird, ist scharf.

Die Schärfe unterstützt Lunge und Dickdarm – sofern sie in Maßen verwendet wird. (Zuviel Chili beispielsweise trocknet zu stark aus und würde den Körper auf lange Sicht zu sehr erhitzen. Daher sollten scharfe Gewürze immer nur in kleinen Dosen benutzt werden.)

Zum Metall gehören die meisten getrockneten Gewürze wie Basilikum, Thymian, Oregano, Rosmarin, Chilipulver, Dille, Majoran, Pfeffer, Kardamom, Curry. Und scharfe Gemüsesorten und Kräuter wie Frühlingszwiebeln, Zwiebeln, Rettich, Kresse, Lauch oder Radieschen.

Metall zerstreut Qi, was beispielsweise nach dem Eindringen von Kälte im Körper hilfreich sein kann (Stichwort: Erkältung).

Koch dich glücklich-Tipp 1:
Ein regelrechtes Allheilmittel ist frischer Ingwer. Auch er wird dem Metallelement zugeordnet. Er wirkt gegen fast alles: gegen Übelkeit nach zu üppigem Essen, Völlegefühl, Erbrechen, Blähungen und grippale Infekte im Anfangsstadium (Achtung: nur anwenden, wenn kein Fieber besteht!).

Man kann ihn einfach kauen oder einen Tee daraus zubereiten: ein paar frische Ingwerscheiben mit kochendem Wasser übergießen und 10 Minuten ziehen lassen. Schluckweise warm – nicht heiß! – trinken.

Wichtig: Ingwertee ist nicht als Dauergetränk gedacht, sondern Medizin! Ein Zuviel davon kann den Körper zu sehr erhitzen. Daher nach spätestens 3 Wochen Anwendung mal eine Pause machen.

Koch dich glücklich-Tipp 2:
Es macht aus TCM-Sicht einen Unterschied, ob ein Gewürz frisch oder getrocknet angewendet wird. Getrockneter Basilikum beispielsweise gehört zum Metall, frischer hingegen zum Feuer. Des Weiteren können sich Gewürze hinsichtlich ihres thermischen Verhaltens auf den Körper verändern: frischer Ingwer ist wärmend, getrockneter hingegen erhitzend.

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