Erde

Das Element Erde steht für Ernte, Fruchtbarkeit, Speichern, Wandlung und die Mitte.

Der Spätsommer ist die Jahreszeit der Erde: jetzt ist die Zeit der Ernte. Die Pflanzen tragen Früchte, sind reif und nahrhaft.

Die zugeordnete Farbe ist gelb, die Tageszeit der frühe Nachmittag.

Milz und Magen – die Organe der Erde

In der TCM werden dem Erdelement die Funktionskreise Milz und Magen zugeordnet.

Speziell die Milz hat in der TCM eine wichtige Bedeutung, weitaus mehr als in der westlichen Schulmedizin. Sie ist für die Transformation der Nahrung in die Essenz zuständig, die für die Herstellung von Qi und Blut benötigt wird.

Zu viel Zucker, ungekochtes und unregelmäßiges Essen schaden der Milz – und somit der Mitte. Ebenso schwächen Fertigprodukte und Tiefkühlkost aus Sicht der chinesischen Medizin die Milz.

Störungen im Erdelement führen zu unterschiedlichsten Verdauungsbeschwerden wie Appetitlosigkeit, Magenschmerzen, Übelkeit, Völlegefühl, Blähungen, Durchfall oder Verstopfung.

Des Weiteren finden sich u.a. chronische Müdigkeit (vor allem nach dem Essen!), Erschöpfung, Heißhunger auf Süßes, Neigung zu Krampfadern, Hämorrhoiden, blauen Flecken oder Blutungsneigung (Nasen-, Zahnfleischbluten oder verstärkte Menstruation bei Frauen). Auch Wasseransammlungen und Cellulite deuten auf ein Ungleichgewicht des Elementes Erde hin.

Auf der geistigen Ebene steht die Erde für Konzentration, logisches Denken und Nachdenken über Inhalte. Ist das Erdelement gestört, werden wir grüblerisch, unkonzentriert und starrsinnig. Wir sorgen uns ständig und geraten buchstäblich „aus unserer Mitte“.

Auch Abhängigkeiten aller Art beruhen auf Störungen des Erdelements. So gehören beispielsweise sämtliche Suchterkrankungen zur Erde: Alkoholismus, Drogen- und Medikamentenabhängigkeit, Sexsucht usw.

Um die Milz (und somit die Mitte) zu stärken wird daher in der TCM immer zu allererst das Erdelement gestärkt – und das vor allem mithilfe der Ernährung. Sie ist die Stellschraube, an der wir tagtäglich drehen können, um unseren Körper gesund und leistungsfähig zu erhalten.

Der Geschmack von Erde: süß

Die Geschmacksrichtung, die dem Erdelement zugeordnet wird, ist süß. Erde nährt und baut Qi auf.

Zur Erde gehören viele Getreide- (Gerste, Mais) und Gemüsesorten (Erbsen, Spinat, Avocado, Sellerie, Champignons, Aubergine, Paprika, Brokkoli, Zucchini, Karfiol …) sowie süße Früchte (Apfel, Weintrauben, Pflaume, Feige, Aprikose, Banane, Mango, Kirschen, Pfirsich …), Samen und Nüsse.

Die milde Süße von „erdigen“ Nahrungsmitteln beruhigt und nährt uns. Aber Vorsicht: damit ist nicht gemeint, einfach vermehrt Zucker zu essen. Im Gegenteil! Zu viel Süßes lässt den Körper träge und schlaff werden. Paradoxerweise findet sich gerade bei Menschen mit einer geschwächten Mitte ein vermehrter Gusto auf Süßes.

Eine ausgewogene Ernährung, regelmäßige gekochte Mahlzeiten, wenig Brot und Milchprodukte stärken die Milz und somit auch die Mitte.

 

Koch dich glücklich-Tipp:
Ein Wort zum Thema Milchprodukte: diese werden in der TCM zwar nicht grundsätzlich abgelehnt, aber doch sehr zurückhaltend verwendet, da sie den Körper befeuchten.

Aufgrund unseres im Westen oft übermäßig hohen Milchkonsums haben die meisten Menschen aber ein Übermaß an Feuchtigkeit im Körper.

Diese manifestiert sich in Übergewicht, der oben erwähnten Milz-Schwäche mit all ihren Beschwerdebildern und „Schleim“ – einer in der TCM üblichen Formulierung für Feuchtigkeit, die durch Hitze und Stagnation zu Schleim eindickt.

Deshalb ist es in 99% der Fälle besser, auf Milchprodukte weitgehend zu verzichten oder den Konsum zumindest einzuschränken. Die fehlende Kalziumquelle kann sehr gut durch diverse andere Nahrungsmittel ausgeglichen werden.

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